Was brau­chen Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten im Kran­ken­haus neben guter medi­zi­ni­scher und pfle­ge­ri­scher Ver­sor­gung? Oft sind es Zeit, Ori­en­tie­rung, ein offe­nes Ohr und Men­schen, die ihre Per­spek­ti­ve ernst neh­men. Genau hier tref­fen sich Pati­en­ten­für­spra­che und ehren­amt­li­che Kran­ken­haus­hil­fe – vie­ler­orts bekannt als „Grü­ne Damen und Her­ren“.

Wie viel Poten­zi­al in die­sem Zusam­men­spiel steckt, stand im Mit­tel­punkt eines von Cari­tas in NRW und der Dia­ko­nie Rhein­land-West­fa­len-Lip­pe orga­ni­sier­ten Netz­werktref­fens im Mari­en Hos­pi­tal Her­ne. Bei­de haben damit gezielt einen Raum für Aus­tausch, Ver­net­zung und neue Impul­se geschaf­fen – und ein The­ma in den Mit­tel­punkt gerückt, das für eine pati­en­ten­ori­en­tier­te Kran­ken­haus­ver­sor­gung zuneh­mend an Bedeu­tung gewinnt: Wie kön­nen Pati­en­ten­für­spra­che und Kran­ken­haus­hil­fe ihre jewei­li­gen Stär­ken künf­tig noch bes­ser mit­ein­an­der ver­bin­den?

Vom BPiK waren Det­lef Schliff­ke, 1. Vor­sit­zen­der, Bir­git Hagen, Schatz­meis­te­rin, Bri­git­te Thiel, Bei­sit­ze­rin, sowie Hajo Arne Neu, Lei­ter der Geschäfts­stel­le, dabei.

Unter­schied­li­che Auf­ga­ben – ein gemein­sa­mes Ziel

Pati­en­ten­für­spra­che und Kran­ken­haus­hil­fe sind kei­ne aus­tausch­ba­ren Ange­bo­te. Gera­de ihre unter­schied­li­chen Auf­ga­ben machen das Zusam­men­spiel wert­voll.

Pati­en­ten­für­spre­chen­de sind unab­hän­gi­ge Ansprech­part­ner, wenn Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten Fra­gen, Kri­tik, Sor­gen oder kon­kre­te Anlie­gen haben. Sie hören zu, ver­mit­teln und brin­gen die Pati­en­ten­per­spek­ti­ve an die rich­ti­gen Stel­len im Kran­ken­haus.

Die ehren­amt­li­che Kran­ken­haus­hil­fe – häu­fig als „Grü­ne Damen und Her­ren“ orga­ni­siert – ist dage­gen beson­ders nah am All­tag der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Sie beglei­tet, unter­stützt, nimmt sich Zeit und ist dort ansprech­bar, wo per­sön­li­che Zuwen­dung gefragt ist.

Zusam­men ent­steht so etwas, das sich medi­zi­nisch kaum ver­ord­nen lässt, für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten aber einen erheb­li­chen Unter­schied machen kann: das Gefühl, gese­hen, gehört und beglei­tet zu wer­den.

Pati­en­ten­ori­en­tie­rung wird im All­tag sicht­bar

Genau dar­in liegt auch eine gro­ße Chan­ce für Kran­ken­häu­ser. Pati­en­ten­ori­en­tie­rung zeigt sich nicht allein in Leit­bil­dern oder Qua­li­täts­be­rich­ten. Sie wird dort kon­kret, wo Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten erle­ben, dass jemand Zeit hat, zuhört, Ori­en­tie­rung gibt und ihre Anlie­gen ernst nimmt.

Kran­ken­häu­ser, die Pati­en­ten­für­spra­che und ehren­amt­li­che Kran­ken­haus­hil­fe bewusst för­dern, mit­ein­an­der ver­net­zen und sicht­bar machen, schaf­fen des­halb mehr als zusätz­li­che Ange­bo­te. Sie stär­ken eine Kul­tur der Zuwen­dung und Betei­li­gung, die für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten unmit­tel­bar erfahr­bar wird.

Gera­de Häu­ser mit einem beson­de­ren Anspruch an eine ganz­heit­li­che und am Men­schen ori­en­tier­te Ver­sor­gung kön­nen damit ein star­kes Pro­fil ent­wi­ckeln. In einer Kran­ken­haus­land­schaft, in der vie­le medi­zi­ni­sche Leis­tun­gen zuneh­mend ver­gleich­bar wer­den, kann geleb­te Pati­en­ten­ori­en­tie­rung zu einem wich­ti­gen Unter­schei­dungs­merk­mal wer­den.

Aus zwei Ange­bo­ten wird ein star­kes Netz­werk

Das Netz­werktref­fen mach­te deut­lich, dass hier noch viel Poten­zi­al liegt. Wo Pati­en­ten­für­spre­chen­de und Kran­ken­haus­hil­fe von­ein­an­der wis­sen, ihre jewei­li­gen Auf­ga­ben ken­nen und unkom­pli­ziert mit­ein­an­der in Kon­takt tre­ten kön­nen, ent­ste­hen kur­ze Wege.

Anlie­gen kön­nen schnel­ler an die rich­ti­ge Stel­le gelan­gen, Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten erhal­ten pass­ge­naue­re Unter­stüt­zung und Erfah­run­gen aus dem Kli­nik­all­tag las­sen sich bes­ser zusam­men­füh­ren.

Cari­tas in NRW und die Dia­ko­nie Rhein­land-West­fa­len-Lip­pe haben mit dem Netz­werktref­fen einen wich­ti­gen Impuls gesetzt, die­sen Aus­tausch wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und vor­han­de­ne Kom­pe­ten­zen stär­ker mit­ein­an­der zu ver­bin­den.

Das Tref­fen hat gezeigt, wie wert­voll der direk­te Aus­tausch ist – fach­lich ziel­füh­rend und mit vie­len Impul­sen für die prak­ti­sche Arbeit. Die Betei­lig­ten wol­len den Dia­log des­halb fort­set­zen und die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Pati­en­ten­für­spra­che und Kran­ken­haus­hil­fe wei­ter inten­si­vie­ren.



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